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Das Jahr 2019!!!

Jahaa! Wie geht es mit den Humus-Festivals weiter?
Es sind 4 spannende und aufregende Jahre gewesen auf die wir jetzt zurückblicken können!

Wer Lust hat detailierter (Design-Dokus, Festival-Tagebücher, (Oya)Artikel, Blogeinträge) zurück zu blicken schaue bitte hier:
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Hey Leute, mein Name ist Lauritz, ich bin Entwickler, Gründer und Veranstalter der Humus-Festivals.
2019 soll für mich das letzte Jahr sein, in dem ich derart präsent, wie in den vergangenen 4 Jahren in der Organisation, dem Fokushalten und Umsetzen der Festivals auftrete, immerhin größtenteils mit einer unentgeltlichen Vollzeitstelle.

Ich habe dieses Projekt von Anfang an so entworfen, dass ich mich und auch andere, die den Weg von großer Verantwortung in Bezug auf das Fest gehen, nach einer gewissen Zeit wieder herausziehen können, ohne dass es zu abrupten Abnabelungsverletzungen führt. Witzige Formulierung, oder?
Mein Ausstieg bzw. meine Rollentransformation steht im 4. Jahr also 2019 an.

Für dieses Jahr habe ich mir zwecks Übergang ein paar ganz besondere Kunstgriffe ausgedacht, um mich mit einem Knall unbrauchbar zu machen.

Der Hintergrund: Wachstum und Begrenzungen
Das Humus wächst und wächst!
Schauen wir zurück, dann sieht die Wachstumsgeschichte des Humus in etwa so aus:
2016 – Humus Nord-Ost – 50 Erwachsene & 3 Kinder – Tag der offenen Türen: +5 Menschen
2017 – Humus Nord-Ost – 120 Erwachsene & 10 Kinder – Tag der offenen Türen: +40 Menschen
2018 – Humus Nord-Ost – 120 Erwachsene & 15 Kinder – Tag der offenen Türen: +50 Menschen
             Humus Süd-West – 130 Erwachsene & 15 Kinder – Tag der offenen Türen: +60 Menschen

Nicht nur, dass es 2018 zwei Humusse gab, sie sind auch immer größer geworden.

Wachstum ist nicht schlecht, nur sollte dieser langsam, stabil, im Gleichgewicht und Verhältnis geschehen.

Die Erfahrungen aus 2018 zeigen, dass wir mit dem Wachstum an die Grenzen unserer Möglichkeiten geraten sind.
Ich spreche hier vom Verhältnis zwischen Festivalbesuchern und Orgaleuten.
Letzere waren für den betriebenen Aufwand, der mit der Festivalgröße einherging, ziemlich unterbesetzt.

Für einen Peak von circa 200 Menschen braucht es eine Menge an Vorbereitungen der Infrastruktur wie Zelte, Bänke, Tische, Komposttoiletten, Lebensmittel, Workshops, …, sowie eine eingespiele oder klar transparente interne Struktur.

So zogen am Ende für bisher alle Feste sehr wenige Einzelpersonen die Fäden. Damit meine ich hauptsächlich das anstrengende Fokushalten, Initiieren, Kommunizieren, Planen,…

Das ist nicht das, was ich mir für das Humus, so wie ich es designt habe wünsche, deshalb:

Um diesen Übergang zu schaffen, von wenigen, die machen zu vielen, die sich einbringen, braucht es eine Bündelung. Es braucht mehr Bezug, Beziehung und Begegnung derer, die bereits wissen, wie es auf einem Humus abgeht, Lust haben sich zukünftig, wie auch immer, einzubringen und alte Hase, die ihre Feedbacks, Dokumentationen und Ernten der Gruppe zur Verfügung stellen.

2019 wird es voraussichtlich 4 Humus-Feste geben!

Nord-Ost in Broock
Zentrum in Oranienburg (Humus-Kongress) organisiert durch den OpenSourceEcology e.V. Berlin
West in Ober-Ramstadt
Süd-West in Freiamt

Ich habe mir überlegt, dass es als Übergangs-Jahr! und nur als solches im Jahr 2019! unabdingbar ist die Kräfte zu bündeln.
Und so werden die Feste Nord-Ost, West und Süd-West für ein Jahr lang auf 50 Erwachsene begrenzt.

Heißt, diese Feste sind nur offen für:
1. Menschen, die an einem Humus in 2019 oder 2020 in der Orga mitwirken (möchten)
2. Menschen, die bereits an einem Humus oder an der Orga eines Humus teilgenommen haben
3. Menschen, die den Lernpfad zum / zur Wildgestalter*In gehen

Nichtsdestotrotz wird es den „Tag der offenen Türen“ geben, an dem bis zu 30 externe Besucher*Innen für einen Tag dazukommen können.
Diese sollten vorzugsweise aus der umliegenden Region kommen, um diese zu stärken und damit das Humus zukünfig von Jahr zu Jahr regionaler werden kann.

Es wird weniger von allem: TeilnehmerInnen, Orgaaufwand, Kosten, Workshops, …

Back to the roots!
Die Basics dieser Feste werden, in wenigen, prägnanten Workshops verpackt, folendes konzentriert aufgreifen:

Earthcare – Was braucht der Platz? – Kleine, gezielte Beobachtungs- / Arbeitseinsätze zum Bewusstwerden über und zur Pflege des Ortes
Peoplecare – Was brauchen die Menschen? – Verfeinern der Selbstorganisationsstruktur und Kommunikation, sowie das Feiern
Fairshare – Was braucht das Humus und die Orga, damit der Organismus gesund weiterleben kann

 

Und dann?
Wie wird es 2020?

Das gesamte Projekt ist mir zu einem derartigen Herzensprojekt gewachsen, dass ich gerne, auch wenn ich mich herausziehe, sicherstellen möchte, dass es qualitativ so erhalten bleibt und sich in etwa in die Richtung entwickelt, wie ich es einst designt habe und es mir für das Projekt wünsche.
Quasi als Langzeit-Selbstläufer-Experiment.

Dazu habe ich die Humus-Kriterien aufgestellt.
Diese findet ihr hier: Veranstalten
Sie sind das Resultat meiner Forschung an diesem Projekt. Der Rahmen des Spielplatzes, dessen Innerstes ich Euch zur freien Verfügung stelle.

Wer auch immer ein Humus-Festival veranstalten und über diese Seite ausschreiben möchte, ist dazu angehalten diese Punkte zu wahren.
Innerhalb dieses Rahmens dürfen sich die einzelnen Humusse unabhängig voneinander entwickeln, formen, verändern, eben frei gestalten lassen.

 

Nagut, ich habe ein wenig geflunkert, ich steige nicht vollends aus dem Projekt aus, das könnte ich gar nicht. Ich wandle meine Rolle, verlasse diesen Kreis im Norden des 8-Schilde-Modells und schraube mich spiralenmäßig einen Kreis hinauf, um in einem anderen Kreis wiedergeboren in den Osten zu gelangen.
Keine Sorge, wenn ihr das nicht versteht! Ist quasi ein Insider. Schaut mal das 8-Schilde Modell von Jon Young an, ist mega fett! (:

 

Derzeit läuft die Anmeldephase für die einjährige Weiterbildung „Lernpfad zum / zur Wildgestalter*In“, Anmeldeschluss ist der 30.11.2018. Diese Weiterbildung steht im direkten Bezug zu den Humus-Festivals, denn zum Einen stellen die Feste Teile der Module der Weiterbildung dar und somit wirken 15 Menschen zusätzlich aus einem anderen, jedoch ähnlichen Kontext und Blickwinkel auf die Feste ein und zum anderen kreieren sie mit ihrem gemeinsamen Abschlussprojekt ein neues Humus-Festival nach ihren Vorstellen.
Und vieles mehr!!

 

 

Humus-Feste 2020!!!?

Falls ihr Euch für 2020 mit einem Gelände bewerben der in der Orga mitspielen möchtet, schreibt eine Mail an info@humus-festival.de
Anforderungen an den Ort und die Ausrichtung findet ihr in der Rubrik „Veranstalten„, unter den Humus-Kriterien.

 

 

 

Einleitende Worte

aus einem Entwurf des Oya-Artikels „Den Boden feiern“

– Interview mit Lauritz Heinsch (Entwickler, Gründer & Veranstalter der Humus-Festivals) –

„Nach der Jungfernfahrt „Observe and Play“ im Jahr 2016 fand das Humus-Festival im Juni des Folgejahres in voller Blüte unter dem Motto „Play and Observe“ statt. Ein Beispiel wie altes Wissen und junge Impulse zusammengedacht werden können.

 

 

Ich habe 2013/14 mit dem Permakultur-Studium an der PK Akademie Berlin, der Wildnispädagogik-Ausbildung bei der Wildnisschule Wildniswissen und als Botschafter für Foodsharing.de angefangen. Dabei habe ich stets aufs Neue verblüfft feststellen dürfen, dass diese Themen so dermaßen dicht bei einander liegen und die Netzwerke doch noch kaum voneinander wissen.

 

 

 

 

Ob Menschen essbare Landschaften anlegen, Zeichen der Natur lesen lernen oder in der Stadt gerettetes Essen fairteilen – immer geht es darum, sich der Erde und ihren Bewohnern auf eine respektvolle Weise zuzuwenden.

 

 

 

Ich spiele gerne sowohl mit den mir bekannten Methoden und Werkzeugen der Wildnispädagogik als auch mit denen der Permakultur und probiere, wo es mir treffend erscheint Kombinationen aus, deshalb ist mir das Brückenbauen so wichtig. Es sind scheinbar »moderne« Herangehensweisen, aber ihre Wurzeln reichen weit hinter die Neuzeit zurück.

 

Tatsächlich lagen zwischen Geburt der Idee und Grundstücksfindung gerade mal wenige Monate. Witziger Weise trat der gute Friedrich vom Kulturgut Freiland e.V. in der Nähe von Alt-Tellin in Vorpommern mit dem Wunsch an mich heran auf ihrem Gelände eine Permakultur-Veranstaltung auszurichten.

Ein ehemaliger Kies-Tagebau, in dem sich drei Seen gebildet haben und Büsche, Bäume und wilde Weiden wuchern. Wir haben uns gefragt: Wie können wir den Platz durch unser Hiersein bereichern, wie können wir pflegnutzen statt nur zu konsumieren?

 

 

Auf den Namen des Festivals kam ich, weil in der Humusschicht das Leben pulsiert und sich das Potential versteckt, dass sich alles miteinander verbinden kann. Die Permakultur kümmert sich um ihren Aufbau, die Wildnispädagogik besingt ihre Qualitäten für alle Wesen und beim Hummus kommt das Foodsharing ins Spiel.

 

Er entsteht jeden Tag neu und ist zum Teil Jahrtausende alt. Humus bildet sich in einem kreativen Prozess, in dem alle beteiligten Tiere, Pilze und Bakterien »einfach machen«, statt von irgendeiner Organisation gesteuert zu werden.

 

Ich habe, über mittlerweile 3 Jahre, viel Hirnschmalz in den Entwurf eines Modells gesteckt, welches die Selbstorganisation und -regulation auf dem Fest und vorab in der Orga unterstützt. Ich möchte die Grenzen zwischen Veranstaltern und Teilnehmern auflösen, damit sich Selbstermächtigung und Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen, in Bezug auf sich und eine Gruppe einstellen kann. Man wird eingeladen durch verschiedene Gruppen, in verschiedenen Größen, Zusammensetzungen und mit verschiedenen Qualitäten und Aufgaben zu wandeln.

 

***Ich greife der Erfahrung ungern vorweg, deshalb wenn ihr die Möglichkeit habt, fühlt Euch hiermit eingeladen euch selbst ein Bild zu machen und es direkt mitzugestalten. Einen kleinen Vorgeschmack findet ihr in der Rubrik „Veranstalten“ in den Humus-Prinzipien unter „08. Selbstorganisation.“. ***

 

Damit dies gut gelingen kann, soll es nur eine kleine Veranstaltung sein, über den Daumen gepeilt etwa 120 Leute.

 

Alles fängt damit an, dass wir uns auf dem Gelände einrichten.

Vor dem Festival findet das Seed-Camp statt, für alle, die es nicht abwarten können und beim Aufbau der Infrastruktur, wie beispielweise Komposttoiletten, Wasser, Solarduschen, Küche, Lebensmittelrettungseinsätze, …, mitwirken möchten, was eben so anfällt, wenn man als wachsende Gemeinschaft ein Camp aufschlägt.

Es geht dabei schon darum den Ort für die Nachkommenden vorzubereiten, allerdings ist es mindestens ebenso wichtig miteinander zu sein und die Ruhe vor dem Ansturm zu erleben. Diese 4 Tage Seed-Camp sind ein kleines Humus für sich, ebenso wie das, sich an das Fest anschließende, Crop-Camp.

 

 

Das Fest selbst steht unter einem zuvor ersonnenen Motto, dieses ist eine Neuschöpfung aus einem Permakultur-Prinzip, einem zentralen Punkt aus der Wildnispädagogik und des Foodsharings.

Jedoch ohne Erwartungshaltung, dass etwas bestimmtes zu passieren hat, so sprudelt die Kreativität und der Flow kann sich einstellen.

 

Beispielsweise habe ich “Maintain a Field“ (von „Obtain a Yield“ und „Earth- und Peoplecare“) für das Humus 2018 in Broock ausgesucht, da es sukzessiv wirklich sehr gut passt. Hierzu Fragen? Immer her damit (:

2017 gab es Workshops zum Bau von Kompostklos, einer Strohballenbrücke, einer schwimmenden Sauna, Pflanzkohleherstellung, Bokashi Komposteimern, Thai-Yoga-Massage, Befreiung von Stimme, Atmen und Bewegung, Impro-Theater, Tadelakt, Geschirr selbstmachen, die Flake und und und…

…und es gab nicht nur Praxis-Workshops, sondern auch Theoretisches, zum Beispiel in Vorträgen über Permakultur, den Wald, foodsaving worldwide, Heilpflanzen, Beurteilung und Behandlung der wichtigsten medizinischen Basisprobleme und und und…

…und Bands unplugged.“

 

 

 

…Lauritz fürs Humus

 

 

 

 

 

„Eine Qualität, die ich beobachtet habe, ist das Kindlich-Spielerische. Viele Menschen widmeten sich dem, was sie gerade begeisterte, sie rannten herum, musizierten, bauten irgendetwas aus Naturmaterialien oder saßen verträumt zusammen. In diesem Treiben hat sich die für Kinderbetreuung vorgesehene Ecke völlig aufgelöst. Menschen allen Alters vermischten sich in einem gemeinsamen Spiel. Hier wurde keine »irrationale Autorität« ausgeübt – so bezeichnet Erich Fromm die Macht, die einem Menschen nur aufgrund von gesellschaftlicher Stellung wie durch einen Professorentitel oder höherem Alter gegeben wird. Kinder konnten sich mit ihren Ideen einbringen und diese wurden von den Erwachsenen aufgenommen. So begegneten sich die Menschen als Spielkameraden auf Augenhöhe. Kinder und vermeintlich Erwachsene, alle Generationen gestalteten das Zusammenleben.“

…Butze fürs Humus

 

 

 

„Hier könnte deine Erfahrung / AHA / Erlebnis vom Humus stehen

(Mail an info@humus-festival.de)“

…Du fürs Humus

 

 

Teilnahmeinfos & Anmeldung